Mit den Bloggerkollegen auf Wanderung im Siebengebirge

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Wanderung von Bloggern im Siebengebirge

Es ist doch immer wieder das Selbe: Irgendwann packt es einen. Dann ist die Lust, mit den Blogger-Kollegen noch einmal eine Runde zu drehen so groß, dass einer der zahlreichen Social Media-Kanäle dazu genutzt wird, zur Blogger-Rudelbildung aufzurufen. So fanden sich am vergangenen Sonntag 11 Blogger aus den verschiedensten Winkeln des Landes zusammen, die sich vorher auf eine Route im Siebengebirge festgelegt hatten. Bernd, der bis 1999 das Siebengebirge als „sein Revier“ bezeichnen durfte, erklärte sich kurzerhand bereit, den Guide zu machen, und so trafen wir uns am Morgen um 10.00 Uhr auf dem Parkplatz „Im Winkel“ zwischen Heisterbacherrott und Oberdollendorf.

Beim Einbiegen auf den Parkplatz sah ich sie schon von weitem die bunten Hardshelljacken der Kollegen. Da konnte ich mir einen Scherz bei der Ankunft aus dem Auto heraus nicht verkneifen: „Tschuldigung, hier soll irgendwo ein Bloggertreffen stattfinden. Outdoor-Blogger. Wissen Sie, wo das sein soll?“ Auto parken, Wanderschuhe an – und dann sind irgendwann alle da: Corinna aka Outdoormädchen mit Nico, Jörg von Outdoorsüchtig, Jens vom Hiking Blog, Rene von Outdoor-Spirit, Raphael und Judith vom MupiNet Outdoor Blog, Alex von Bergreif, Jeanette von Käthe’s Kiste und – schon erwähnt – Bernd von Kritzel Kraxel. Die Begrüßung aller fällt wie immer herzlich aus. Man hat sich ja schließlich teilweise Jahre lang nicht gesehen. Es ist ein bisschen wie ein Ehemaligentreffen oder wie auf Klassenfahrt.

Krokusse am Weilberg
Krokusse am Weilberg

Nach einer kurzen Einführung in den Umgang mit Neu-Wanderhund Venturing Fame, der den guten alten Wanderhund Sam ablöst, der schon eine Bloggerwanderung mit uns bestreiten durfte, brechen wir auf. Wir queren die Straße und es dauert keine 200 Meter, da sind wir schon am ersten Aussichtspunkt mit Blick auf einen Steinbruch, zu dem Bernd uns etwas Geologie mit an die Hand gibt. Am Wegesrand leuchtet ein Feld Krokusse im Sonnenschein, das – so weiß Bernd auch – schon einmal von Angelica von WandernBonn fotografiert wurde. Das heißt für den geneigten Outdoor-Blogger: Fotoapparat oder Handy raus und fleißig Fotos machen!

Es geht einmal um den Weilberg herum und ich erinnere mich daran, hier schon einmal gewesen zu sein. Im letzten Jahr fand hier Ende April der Revierguide des Trail Magazins statt, bei dem ich den „Flachköpper“ über 25 km und 900 Höhenmeter mitgelaufen bin.

Kloster Heisterbach

Es geht hinunter zum tiefsten Punkt der Wanderung und ich erinnere mich auch an das Kloster, an dessen ellenlanger Mauer wir im Vorjahr vorbei gelaufen sind. Schon da hatte ich das Bedürfnis, diesen historischen Ort zu besuchen, aber leider keine Zeit dafür. Bei historischen Orten verspüre ich manchmal einen Drang, mich dort umzusehen und zu informieren. Kennt ihr das auch? Und dann führt Bernd uns direkt in Kloster hinein. Danke!

Nach gut 3 Kilometern kommen wir also im Hof des Klosters an und können uns umschauen:

Auch zum Kloster Heisterbach weiß Bernd etwas zu erzählen und schon bald ziehen wir entlang der Grenzmauer weiter. Erst sanft, dann immer heftiger schrauben wir uns gut 200 Höhenmeter hinauf auf den Petersberg. Von hinten nähern wir uns dem Steigenberger Grandhotel Petersberg, das ich bisher nur von früheren Ausflügen mit der Familie in die Region und vom Tal aus kannte. Nun sehe ich es live vor mir. Das Hotel diente von 1955 bis 1969 der Bundesregierung als Gästehaus und wurde 1990 wider eröffnet. Nachdem der Regierungssitz 1999 nach Berlin verlegt wurde, blieb es zwar in Besitz des Bundes, wurde aber nur noch für besondere Anlässe genutzt.

Es geht gute 2,7 Kilometer weiter, bis wir das Einkehrhaus „Waidmannsruh“ erblicken. Hier lassen wir uns für eine kurze Stärkung nieder. Viel Zeit bleibt nicht, denn die ersten Regentropfen des Tages wollen uns wohl sagen „Hey, Outdoor-Blogger, zeigt mal, was ihr alle für tolle bunte Jacken habt!“ und wir nehmen die Schauer als Aufforderung, unsere Tour fortzusetzen.

Burgruine Rosenau

Bernd führt uns zur nur ein paar Meter entfernten Burgruine Rosenau. Über die Ruine, über die generell sehr wenig bekannt ist, weiß auch Bernd nicht all zu viel zu erzählen. Erstmals wird die Burg in einer Urkunde vom 27. Februar 1222 erwähnt. Nach dem Verkauf der Burg wurde sie im Jahr 1250 durch den neuen Besitzer, das Kloster Heisterbach, fast vollständig zerstört. Die Steine, so vermutet man, wurden in der Anlage des Klosters verbaut.

Blogger auf der Burgruine Rosenau
Burgruine Rosenau

Unterwegs können wir schon einmal einen Blick auf den Großen Ölberg werfen und Bernd warnt uns vor: Da geht es gleich hoch.

Großer Ölberg

Immer weiter geht es hinauf und Blogger für Blogger sieht man die bunten Hardshell wieder im Rucksack verschwinden. Mit jedem Höhenmeter erhöht sich die Anzahl der Schweißperlen auf der Stirn und nach ziemlich steilen 170 Höhenmetern gelangen wir auf den Gipfel des mit 460,1 Metern höchsten Bergs des Siebengebirges. Hier oben gibt es neben einem Sendemast und einem Briefkasten, bei dem ich mich in der Tat immer noch frage, wer um Gottes Willen da oben Briefe einschmeißt und warum dieser Kasten täglich um 9.00 Uhr geleert wird, einen Gasthof mit Aussichtsterrasse.

Ausblick vom Großen Ölberg
Ausblick vom Großen Ölberg

Wieder ruft Bernd zur Versammlung und versorgt uns mit Infos. Ich bin leider so mit de3m Fotografieren beschäftigt, dass ich kaum seinen Worten folgen kann. Der Ausblick ist phantastisch. Wir können das Kraftwerk Weisweiler sehen, das unweit meiner Heimat liegt, und sogar der Kölner Dom ist ziemlich gut zu erkennen.

Auf einem Aussichtfelsen direkt unter dem Fahnenmast nehmen wir Platz für ein Gruppenfoto:

Höchster Punkt bei der Bloggerwanderung auf dem Großen Ölberg #bloghike #wanderung #siebengebirge

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Wir nutzen die Zeit auf dem Ölberg für ein paar Fotosessions und machen uns aber ziemlich zügig wieder auf die Socken, da es hier oben zieht wie Hechtsuppe, die übrigens [Klugscheißermodus an] nichts mit Hechten und Suppe zu tun hat, sondern mit „hech supha“, was übersetzt „Sturmwind“ bedeutet. Dieser ursprünglich hebräische Ausdruck wurde in den jiddischen Sprachgebrauch übernommen und wie bei der Flüsterpost entstand daraus im Laufe der Zeit die Redensart „es zieht wie Hechtsuppe“.[/Klugscheißermodus aus].

Während des Abstiegs vom Großen Ölberg gönnen wir uns eine Kaffeepause in einer Schutzhütte, kurz bevor wir den Kleinen Ölberg streifen. Es gibt frisch aufgebrühten Kaffee für alle und jeder kann einmal ins Brot beißen, bevor wir uns wieder in Bewegung setzen.

Unten angekommen können wir einen letzten Blick auf den Großen Ölberg werfen bevor wir uns zum Stenzelberg aufmachen. Hier konnte man früher, so Bernd, an den schroffen Felsformationen klettern. Wir bleiben jedoch nicht lange, da es sich so langsam eingeregnet hat. Es schüttet zwar nicht heftig, aber dafür kontinuierlich. Und so geht es hinunter zum Ausgangspunkt, dem Parkplatz „Im Winkel“, wo unsere Autos geparkt stehen.

Nachdem sich alle abgetrocknet und umgezogen haben, fahren wir in Kolonne zum Restaurant Haus Schlesien, wo wir noch bei einem Bier und einem leckeren Essen den Tag ausklingen lassen.

Es war mal wieder eine tolle Tour mit den Kollegen und nicht nur mein Hintern schmerzt von den vielen Aufstiegen. Auch die Bauchmuskulatur zwackt ein bisschen vor lauter Lachen und der Kiefer vor lauter Quasseln. Es ist halt immer wie eine Klassenfahrt: Alle haben sich viel zu erzählen.

Danke an Bernd für’s Guiden!

Weitere Bilder der Tour

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7 KOMMENTARE

  1. Hallo Axel,
    da hätte ich am Ende des Tages ja doch eine kleine Prüfung anberaumen sollen. Du hast am Oelberg nicht aufgepasst? Unglaublich.
    Trotzdem gern geschehen! Machen wir noch mal, dann im „Feindesland“.
    Gruß, Bernd

  2. Hallo Axel,

    das ist ja mal ein Community-Treffen der anderen Art 😉 Das sieht doch nach einer lustigen Truppe aus. Das wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, oder? Vielen Dank für die Impressionen und die getrackte Route. Bei nächster Gelegenheit werde ich die Route direkt mal mit der Familie „nachwandern“. Wir wollten immer schon mal das Siebengebirge näher kennenlernen.

    Liebe Grüße aus dem nördlichen Ruhrgebiet
    Sven

  3. Hi,

    Das ist eine sehr gute Kombination. Wandernde Blogger. Da sind bestimmt auch jede Menge inspirierende Ideen ausgetauscht wurden, die dann wieder in die Blogs der Teilnehmer fliessen und am Ende die Blogleser erfreuen. Falls ihr mal so ein Treffen in Spanien/ Andalusien organisieren wollt, dann meldet euch und ich picke eine feine Wanderroute heraus.

    Beste Grüsse,
    Mike

    • Hi Mike,

      das kannst du wohl laut sagen. Bei so Bloggerwanderungen wird immer gequasselt was das Zeug hält. Manchmal sogar so viel, dass wir uns echt konzentrieren müssen, nicht vom Weg ab zu kommen. Und natürlich tauschen wir uns dann auch über das Bloggen aus.
      Und sollte ich mal in Andalusien sein, komme ich auf dein Angebot gerne zurück 😉

      LG Axel

  4. Schöner Bericht Axel! Habe ich erst jetzt gelesen, nach dem ich mit meinem fertig war (geht nächsten Montag online). Der Nachteil an so einer Bloggerwanderung ist echt, dass man durch die angeregten Gespräche unterwegs gar nicht so viel mitbekommt. Aber das ist es wert!

  5. Hallo Axel,

    das nenne ich ja mal eine richtig coole Idee. Ein Bloggertreffen nicht am „Stammtisch“ sondern in der freien Natur. Aber das liegt bei Eurem Spezialgebiet ja auch nahe. So ein Treffen ist ja auch immer eine tolle Gelegenheit sich über Gott und die Welt auszutauschen. Ich kann mir gut vorstellen, wie viel Spaß ihr da hattet. Und das es ne wirklich schöne Tour war, die ihr da gewandert seid, sieht man ja an den Bildern. Also Daumen hoch für diese Idee.

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